Unser Mitglied Claudia Büdenbender hat Ihre Erlebnisse vom WT "Beginners Cup 2011" in Worte gefasst. Hier der Bericht:
Beginner‘s Cup 2011
am 16. Oktober in Waldböckelheim
Sonntagmorgen: 4.15 Uhr, mein aufdringlicher Wecker bittet um Gehör und mein Mann darum, diesen doch abzustellen! Also, aufstehen und erst mal die ein oder andere Tasse Kaffee um wach zu werden. Ein kurzer Blick aufs Thermometer, und die Kleiderfrage für heute hat sich auch geklärt: 4 Grad, heute ist also Zwiebelmuster angesagt. Die Wetterprognose für den heutigen Tag ist sehr gut, Sonne pur bei 12 bis 13 Grad, das lässt hoffen. Um 5.30 Uhr waren wir, das sind mein Mann Bernd, meine Golden Hündin Ginie und meine Wenigkeit, startklar und fuhren in Richtung Waldböckelheim. Da sonntags außer ein paar Hundeverrückten, nur wenige Menschen um diese Uhrzeit unterwegs sind, hatten wir eine sehr angenehme Anreise. Pünktlich um 7.30 Uhr trafen wir auf dem Parkplatz des Suchenlokals ein. Brrrr..hier unten ist es ja noch kälter als bei uns, -2 Grad, und ich glaube, die anderen Teilnehmer schlotterten auch nicht alle vor lauter Aufregung!!
Pünktlich um 8.15 Uhr begrüßte Herr Kohmer, der Sonderleiter, alle Teilnehmer sehr herzlich und stellte kurz unsere 3 Richter für den heutigen Tag, Herrn Jürgen Laux, Herrn Christian Schlögell und Herrn Stephan Steidl vor.
Sein ganz besonderer Dank galt den vielen freiwilligen Helfern und dem Revierinhaber, ohne die, so eine Veranstaltung gar nicht möglich wäre.
Im Anschluss stellte sich noch kurz der Inhaber unseres heutigen Suchenlokals „Leo’s Ruh“ vor. Er lud uns herzlich zur Bewirtung während des gesamten Tages ein und stellte uns außerdem seine Toiletten zur Benutzung zur Verfügung. Vielen Dank!
Und dann hieß es auch schon, Abmarsch ins Gelände, was glücklicherweise ganz in der Nähe unseres Suchenlokals lag.
Unsere 1. Aufgabe führte uns zu Station 2 zu Stephan Steidl (kleine Suche).
Wie immer bei der 1. Aufgabe, Aufregung pur beim Hundeführer und meine Kleine war auch schon ganz heiß darauf, endlich arbeiten zu dürfen!
Unser Startpunkt lag am Wegesrand, es ging in einem kurzen Walk up eine kleine Böschung hinauf (wir Hundeführer durften freundlicherweise mit unserem Hund den kleinen Trampelpfad durch das Brombeergestrüpp wählen). Während des Walk up’s fiel ein Schuss aus dem vor uns liegendem Suchengebiet. Nach dem Schuss gingen wir noch ein paar Meter weiter. Das Suchengebiet lag direkt vor uns, wie ein kleines Plateau. In einem Umkreis von ca. 25 Metern waren 5 Dummy’s ausgelegt, wovon 2 Stück geholt werden sollten.
Kein Problem für meine Schnecke, sie arbeitete sehr schön und wir hatten beide Dummy’s drin. Puuhh, ein wenig Erleichterung machte sich bei mir breit. Die 1. Aufgabe hatte schon mal gut geklappt, das beruhigt. Langsam kam immer mehr die Sonne zum Vorschein und ließ die Temperaturen allmählich ansteigen.
Weiter ging es zu Station 3 zu Christian Schlögell (Standtreiben und Markierung im 2er Team)
Beide Teams standen nebeneinander am Rande eines Stoppelfeldes. Zwei menschgewordene Enten (die beiden Jungs waren echt klasse!) führten ein Strandtreiben ca. 5 Meter vor uns durch, wobei 2 Dummy’s ziemlich dicht vor uns fielen. Beide Hundeführer sollten gleichzeitig jeweils eins der Dummy‘s selber holen. Anschließend fiel in ca. 70 Metern Entfernung vor uns für den 1. Hund eine Markierung. Die Fallstelle war von unserer Position aus nicht sichtig. Nachdem der 1.Hund die Markierung gearbeitet hatte, gab es für den 2. Hund die gleiche Markierung.
Wir durften die Markierung als Zweites arbeiten. Ginie hatte zwar, meiner Meinung nach, recht gut markiert, aber dennoch hatte sie ein wenig gebraucht, bis sie diese dann auch gefunden hatte. So zogen wir wieder ein Stück entspannter zur nächsten Aufgabe.
Station 1 bei Jürgen Laux (Walk up mit 2 Einzelmarkierungen im 2er Team)
Wir stehen auf einer großen, gemähten Wiese, die leicht bergauf geht. Die beiden Teams standen in einigem Abstand nebeneinander. Ein kurzer Walk up und es fiel für den rechts stehenden Hund die 1. Markierung auf 12 Uhr, gut sichtbar in ca. 50 Metern Entfernung. Diese durfte nach Freigabe gearbeitet werden. Weiter ging es mit einem kurzen Walk up und die 1. Markierung für den links stehenden Hund fiel, ebenfalls in ca. 50 Metern Entfernung gut sichtbar auf ca. 10 Uhr. Nach erfolgter Freigabe wurde auch diese Markierung direkt gearbeitet. Anschließend tauschten die Teams ihr Plätze, und weiter ging’s im Walk up, wobei jedes Team dann die jeweils andere Markierung arbeitete.
Auch diese Aufgabe hat bei uns super geklappt. Ginie hatte beide Markierungen auf den Punkt gearbeitet und Herr Laux war auch sehr zufrieden.
Halbzeit; wir hatten traumhaftes Wetter und wanderten sehr zufrieden und entspannt zu Station 5 zu Stephan Steidl. Es befiel mich leichte Panik, als ich sah, dass in dieser Aufgabe zwei Holzzäune standen. Die Hunde konnten zwar sowohl unten drunter durch als auch zwischen durch gelangen, aber so einen Zaun hatte meine Kleine noch überhaupt nie gesehen! Ja, bravo, das konnte ja heiter werden. Angesichts der noch vielen, wartenden Teilnehmer, die alle noch vor uns dran waren, zogen wir erst mal weiter zu Station 6 zu Christian Schlögell (2 Einzelmarkierungen)
Wir standen im Wald auf einem Trampelpfad. Vor uns in ca. 25 Metern Entfernung fiel eine Markierung vor einen Baum in ein Gestrüpp. Wir drehten uns um 180 Grad und machten einen kurzen Walk up. Links von uns lag eine Art Steinbruch, wie ein Kraterloch, zu dem es steil bergab ging. Nun fiel die 2. Markierung auf ca. 10 Uhr in die gegenüberliegende Böschung des „Kraterlochs“, wobei man das Dummy erst kurz vor der Landung sehen konnte. Der Hund sollte an dieser Stelle sitzenbleiben und der Hundeführer ging gemeinsam mit Herrn Schlögell einige Meter weiter. Von diesem Punkt aus sollte der Hundeführer nach Aufforderung seinen Hund zu sich abrufen. Nach erfolgter Freigabe durfte die 2. Markierung von dort aus gearbeitet werden. Anschließend konnte die 1. Markierung gearbeitet werden.
Auch diese Aufgabe haben wir ganz ordentlich gemeistert. Ginie hatte die Markierung im Steinbruchkrater nicht 100%tig markiert, aber sie hatte sich sehr schön ran gearbeitet. Die 1. Markierung war überhaupt kein Problem für sie, wie der geölte Blitz verschwand sie im Gestrüpp, um das Dummy daraus zu fischen. Super, weiter so, bisher bin ich sehr zufrieden mit uns.
Jetzt heißt es zurück zu Station 5 zu Stephan Steidl (Markierung mit Verleitung) Glücklicherweise waren nur noch 2 Teams vor uns dran, sodass mir nicht viel Zeit blieb, um mir zu viele Gedanken zu machen und meine Nervosität hielt sich in Grenzen. Todesmutig und hochkonzentriert haben wir diese Herausforderung angenommen.
Wir standen auf einer abgemähten Wiesen. Die Markierung fiel in ca. 50 Metern Entfernung kurz hinter besagtem Holzzaun in hohen Bewuchs (Gras). Nach erfolgter Freigabe schickte ich Ginie zum Apport, die kleine Maus flitzte in Richtung Markierung, um den Zaun herum zur Fallstelle, ein kurzer Suchenpfiff und zack, sie hatte das Dummy. Erleichterung, Teil 1 fast erledigt. Auf Ginie’s Rückweg fiel dann links von mir auf ca. 10 Uhr die 2. Markierung als Verleitung hinten dem zweiten Holzzaun. Ginie verfolgte sehr intensiv die Flugbahn der Verleitmarkierung und lieferte ohne zu zögern das erste Dummy bei mir ab. Dann setzte ich sie in Richtung der Verleitung und merkte ihr an, dass sie genau wusste, wo diese lag. Also, apport, und schon flitzte sie wieder los, unter dem Zaun durch und direkt auf die Markierung zu. Aufnehmen, zurück unter dem Zaun durch, einparken, fertig.
Klasse, kleine Maus, du bist echt spitze. Meine Freude war riesengroß. Unter lautem Beifall der Helfer und vieler Teilnehmer marschierten wir zurück in die Wartezone. Ich war richtig gerührt von so viel Anerkennung, es war unbeschreiblich.
Auf zu unserer letzten Aufgabe. Dort angekommen, hieß es erst mal Pause machen, Stau! Es zeichnete sich eine längere Wartezeit ab, in der man schön in der Sonne entspannen oder nette Gespräche mit Gleichgesinnten führen konnte. In der Zeit wuchs allerdings auch wieder die Aufregung in mir. 5 Aufgaben haben wir echt gut gemeistert, bitte, bitte jetzt noch einmal konzentrieren und keine Null!
Station 4 bei Jürgen Laux (2 Einzelmarkierungen)
Wir stehen auf einer kurz gemähten Wiese, das Gelände ist nach links abfallend.
Die 1. (kurze) Markierung fiel auf 12 Uhr in ca. 30 Metern Entfernung in einen größeren Grasbüschel. Diese wurde nach Freigabe direkt gearbeitet. Die 2. (lange) Markierung fiel auf 1 Uhr in ca. 70 Metern Entfernung, wobei die Fallstelle nicht sichtig war, man sich aber gut an einem Hochsitz orientieren konnte.
Was soll ich sagen, meine kleine Maus hatte beide Markierungen punktgenau gearbeitet, raus wie der Blitz, aufnehmen und reinkommen! Und wiedermal wurde unsere Leistung mit lautem Beifall gewürdigt, es war einfach nur unglaublich, unglaublich schön! Wir haben es geschafft, wir sind durch!!
Nach und nach trafen alle Teilnehmer im Suchenlokal ein und stärkten sich erst mal nach diesem anstrengenden Tag.
Dann begann der für mich wohl aufregendste Teil des Tages überhaupt – die Siegerehrung.
Herr Schlögell gab stellvertretend für alle Richter ein kurzes Resümee für den Tag.
Zu Beginn gab es aber erst noch eine ganz besondere Auszeichnung. Ulrich Küppers wurde als Kämpfer des Tages ausgezeichnet. Sein Hund Dual`s Hope Ice machte unglücklicherweise mit seiner Nase die Bekanntschaft mit ein paar Erdwespen, aber das konnte die beiden nicht davon abhalten, tapfer weiter zu kämpfen! Hut ab!!
Anschließend begann Herr Kohmer, beginnend mit Platz 11, nacheinander die einzelnen Teams, entsprechend ihrer Platzierung, aufzurufen. Die Plätze 11 bis 4 hatten alle mit dem Prädikat „sehr gut“ bestanden, aber wir waren bisher noch nicht dabei, was bedeutete, dass wir einen der ersten 3 Plätze belegt haben mussten. Meine Anspannung wuchs ins Unermessliche, und endlich war es irgendwann raus, wir haben gewonnen! Unglaublich, ich war völlig überwältigt!
Die Ergebnisse:
1. Platz: Golden Worker Discovery Virginia, GR
mit Claudia Büdenbender 115/120 Punkten
2. Platz: Chesdale Alpina, CBR
mit Beate Breuer 114/120 Punkten
3. Platz: Nimble Tiger my Melody of Golden Spirit, GR
mit Tanja Treu 109/120 Punkten
4. Platz: Lesser Burdock Airdrie, LR
mit Sabine Ruwisch 108/120 Punkten
Mein ganz besonderer Dank gilt den fairen Richtern, den vielen freiwilligen Helfern und dem gesamten Organisationsteam. Es war rundum, eine wirklich gelungene Veranstaltung, wir haben uns sehr wohl gefühlt! Die Stimmung unter den Teilnehmern war sehr entspannt, und das schöne Wetter, das kleine Sahnehäubchen obendrauf.
Claudia Büdenbender & Golden Worker Discovery Virginia
